Brandschutztresor – was bedeutet feuerfest?

geändert am 16. Mai 2021

Brandschutztresor – was gegen Brand schützen?

Dokumente, Daten und Datenträger gilt es vor Feuer zu schützen. Ob als Privatperson oder als Gewerbebetrieb – wichtige Papiere und Akten gehören in einen Brandschutztresor. Dasselbe gilt für Ihre Daten, seien es im Privatbereich Ihre unwiederbringlichen Video- und Fotoaufnahmen oder im Betrieb Ihre tägliche Datensicherung. Für ein Unternehmen können die geretteten Daten überlebensnotwendig sein. So können Sie nach einem Brand ohne Super-Gau neu aufsetzen und durchstarten. Wann ist ein Tresor feuerfest?

Brandschutztresor Test – der Braunschweig-Test

Brandschutztresor Test: In Deutschland zertifizieren die Prüfinstitute VdS und ECB-S Tresore mit Feuerschutz. Grundlage für den Brandschutztresor Test sind die Normen EN 15659 und EN 1047-1. Diese Tests erfolgen mit dem sogenannten Braunschweig-Test. Dieser Brandschutztresor Test besteht aus zwei Teilen, dem Feuerwiderstandstest und dem Feuerstoß- und Sturztest. 

Dabei zertifiziert EN 15659 leichte Brandschutzschränke (LFS), diese unterliegen nur einer Feuerwiderstandsprüfung, während Datensicherungsschränke (S) nach EN 1047-1 einer zusätzlichen Feuerstoß- und Sturzprüfung standhalten müssen. Diese Prüfung simuliert im Ernstfall einstürzende Gebäudeteile auf den Tresor.

Tresor feuerfest – welche Zertifizierungen gibt es?

Beim Brandschutztresor Test spielt die Zeit, die der Tresor dem Feuer standhält, eine wesentliche Rolle. Dies kann 30, 60 oder 120 Minuten sein. Der zweite wichtige Faktor ist die dabei entstehende maximale Innentemperatur im Safe sowie die Luftfeuchtigkeit. Eine zu hohe Luftfeuchte macht Datenträger unbrauchbar. Die Datenträger müssen nach einem Brand unbeschadet funktionieren.

Feuerfeste Tresore unterscheiden sich nach den Einstufungen Papier (P), Daten (D) und Disketten (DIS). P steht für hitzeempfindliches Papier und Akten, D für hitze- und feuchtigkeitsempfindliche Datenträger wie Magnetbänder oder Mikrofilme und DIS für Disketten, CDs, DVDs, USB-Sticks, externe Festplatte und ähnliches. Die Bezeichnung DIS ist historisch bedingt, heute sichert kaum jemand Daten noch auf Disketten.

Tresor feuerfest: Was bedeutet das?

Nachfolgend eine tabellarische Zusammenfassung der Güteklassen:

ProduktbezeichnungGüteklasseZertifizierung nachmax. Temperaturmax. rel. Luftfeuchte
Leichter BrandschutzschrankLFS 30 PEN 15659170°C
LFS 60 PEN 15659170°C
DatensicherungsschrankS 60 PEN 1047-1170°C
S 120 PEN 1047-1170°C
S 60 DEN 1047-170°C85%
S 120 DEN 1047-170°C85%
S 60 DISEN 1047-150°C85%
S 120 DISEN 1047-150°C85%

Leichte Brandschutzschränke bis 60 Minuten: (Werbung)

LFS 60 P

LFS 60 P

S2 + LFS 60 P

S2 + S 60 DIS

Datensicherung bis 120 Minuten: (Werbung)

S 120 DIS

S 120 DIS

S 120 DIS

S 120 DIS

Neben den Prüfinstituten VdS und ECB-S für den Brandschutz von Tresoren, existieren weitere gängige Normen wie die NT Fire 017 aus Schweden und die UL 72 aus den USA.

Diese Tests entsprechen sich nicht und unterliegen unterschiedlichen Prüfverfahren. Näheres finden Sie unter dem Kapitel Braunschweig-Test. Dies ist die Prüfmethode der Prüfinstitute VdS und ECB-S.

Brandschutztresor – mit Diebstahlschutz

Es gibt Tresore, die sowohl gegen Diebstahl wie gegen Feuer schützen. Damit sind die Wertsachen doppelt gesichert. Brandschutztresore (LFS) nach der Norm EN 15659 liefern zertifizierten Feuerschutz für 30 oder 60 Minuten. Dies verlangt einen Korpus mit hochwertigem Feuerschutzmaterial, was auch gegen Diebstahl hilft.

Selbstverständlich gibt es auch Tresore, die sowohl für Diebstahl als auch gegen Feuer zertifiziert sind. Hier gilt es abzuwägen, welchen Schutz der Inhalt braucht.

Brandschutztresor – Hausratversicherung?

Die Hausratversicherung übernimmt die Schäden durch einen Brand, die durch Feuer oder Löschwasser an allen beweglichen Gegenständen entstehen. Dazu zählen auch Wertgegenstände. Allerdings ist Bargeld und Schmuck vielfach nur bis zu einer bestimmten Summe versichert.

In der Regel gelten für die Erstattung der Wertsachen prozentuale Obergrenzen, abhängig von der Versicherungssumme. Je nach Tarif liegt die Obergrenze bei 40 Prozent der Versicherungssumme. Allerdings gibt es auch Tarife, die Wertsachen ohne Begrenzung bis zu 100 % der Versicherungssumme abdecken. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um eine Briefmarkensammlung oder um Schmuck geht.

Im Privatbereich brauchen Tresore für die Erstattung durch die Hausratversicherung weniger ein Brandschutzzertifikat. Hier geht es um den Schutz des Inhaltes. Daher muss jeder selbst entscheiden, was er vor einem Feuer schützen will. Schnell ist eine Kerze entflammt oder der Weihnachtsbaum steht in Flammen.

Ein guter Tresor hält, bis die Feuerwehr kommt, einige Minuten den Flammen stand. Aber nach dem Löschen liegt der Tresor noch einige Zeit in den glühenden Überresten, was dem Inhalt, speziell Papier oder Datenträgern schadet.

Anders sieht es im gewerblichen Bereich aus. Dort lagern essentielle Dokumente und Datenträger im Tresor. Hier verlangen Versicherungen Brandschutzzertifikate.