Sammeln eine Leidenschaft von Kindern

geändert am 16. Mai 2021

Kinder sammeln liebend gerne. Die Sammelleidenschaft ist normal. Nicht alles, was sich da im Kinderzimmer auftürmt, erfreut die Eltern. Aber deshalb sind die Kinder noch lange keine Messies, das Sammeln von Gegenständen beruht auf einem Urinstinkt, schließlich waren unsere Vorfahren Jäger und Sammler. Und die gesammelten Schätze brauchen einen sicheren Platz. Dafür gibt Behälter zur Aufbewahrung und Tresore.

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Buchtipp: «Wenn Kinder sammeln – Begegnungen in der Welt der Dinge», Prof. Ludwig Duncker, Verlag Kallmeyer 2014

Warum sammeln Kinder?

Aus psychologischer Sicht scheint die Sammelleidenschaft im Menschen verwurzelt zu sein. Zu Beginn der Menschheitsgeschichte sicherten das Sammeln und Tauschen von Waren das Überleben. Auch wenn dies heute nicht mehr im Vordergrund steht, sieht es so aus, als wäre er in uns Menschen verankert, was wohl auch auf den kindlichen Sammeltrieb zutrifft.

Der Erziehungswissenschaftler Ludwig Duncker befasst sich wissenschaftlich mit der Sammelleidenschaft von Kindern. Durch das Sammeln setzen sich Kinder mit ihrer Wirklichkeit auseinander, so seine Erkenntnisse. Steine, Tannenzapfen, Federn, Schrauben, Scherben, Glitzerpapier oder Perlen sind etwas, was ihnen ganz alleine gehört, sie haben es selbst ausgesucht. Natürlich kann sich auch weniger Erfreuliches darunter befinden wie tote Insekten oder auch einmal eine Maus.

Sammeln und Aufbewahren sorgen bei Kindern für erste Erfahrungen der Selbstwirksamkeit, es gibt ihnen das Vertrauen, einen Vorgang erfolgreich ausführen zu können. Dies steigert ihr Selbstwertgefühl.

Aber keine Sorge, wenn Ihr Kind nicht zum Sammeltyp gehört. Vielleicht sammelt es keine Gegenstände, sondern Eindrücke. Wie nicht jeder Erwachsene etwas anhäuft, sammelt auch nicht jedes Kind. Das ist von Kind zu Kind verschieden.

Was sammeln Kleinkinder?

Für Kinder sind viele Dinge ein besonderer Schatz. Dies kann alles Mögliche sein, Schneckenhäuser, Münzen, Aufkleber, Muscheln, Vogelfedern oder Sammelbilder. Das Spektrum ist groß und vielfach erkennen Erwachsene den Wert dieser Dinge nicht. Für viele ist es Müll und wertlos.

Boxen und Kisten zum Aufbewahren der Schätze (Werbung)

Kinder besitzen ihr eigenes Wertesystem, darauf haben Erwachsene keinen Einfluss. Es kommt aus ihnen selbst heraus und jedes Kind bewertet Dinge anders. Das Sammelspektrum ist groß und originell. Es gibt kaum etwas, was Kinder nicht aufbewahren.

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Sammeln fördert den Spaß am Lernen und beflügelt die Kreativität. Ebenso den Sinn für Schönheit, denn das Kind entscheidet, was es als sammlungswürdig erachtet. Es beflügelt seine Fantasie und dient der geistigen und intellektuellen Entwicklung. 

Was sammeln Schulkinder?

Schul- oder Kitakinder ändern oft die Auswahl ihrer Schätze. Häufig sammeln sie kommerzielle Dinge. Dies kann in unserer vom Konsum geprägten Welt nicht ausbleiben. Vielfach geht es den Kindern dann um Vollständigkeit, sie möchten ihr Sammelalbum oder ihre Sammlung vervollständigen.

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Um dieses Ziel zu erreichen, beginnen sie zu tauschen. Dies ist ein neuer sozialer Aspekt, den sie lernen. Auch wenn Sammelbilder pädagogisch nicht so wertvoll sind, haben Kinder Freude daran. Und können mit der Zeit zu wahren Experten auf ihrem Sammelgebiet entwickeln.

4 – 7 Jahre

ab 8 Jahre

Gerade das Sammeln von Sportlern, etwa Bilder von Fußballern der Welt- und Europameisterschaften, erweitert den Wissenshorizont der Kinder. Sie fangen an, Dinge systematisch anzupacken und zu bewerten. Welcher Fußballer ist besser, welcher Verein hat die besten Chancen, den Pokal zu gewinnen? Sie diskutieren mit Gleichgesinnten, was die sozialen Kontakte stärkt und die Gruppenzugehörigkeit auf dem Schulhof fördert.

Natürlich kann das auch zu Zwist und Problemen führen. Entstehen für das Kind Konflikte bei Tauschgeschäften, hören Sie ihm zu, wenn es davon erzählt. Nehmen Sie Ihr Kind ernst und versuchen Sie mit ihm gemeinsam eine Lösung zu finden.

Aus der Sammelleidenschaft entwickeln sich vielfach Experten. Allerdings kann dieser Sammeltrieb auch zu einem inneren Konflikt führen, denn das Album soll schnellstmöglich voll werden. Und die Industrie weiß das, wenn sie solche Bilder in Cornflakes-Packungen oder Überraschungseier beipackt. Es sorgt für erhöhten Umsatz.

Daher sollten Eltern mit ihren Kindern auch die finanziellen Aspekte ihrer Sammelleidenschaft besprechen. Vielleicht auch das Taschengeld mit einbeziehen. Dadurch lernen Kinder den Umgang mit Geld.

Sammelleidenschaft und Aufräumen

Sammeln ist eine Sache, Aufräumen eine andere. Daher sollten Eltern klare Regeln zum Aufbewahren der Schätze aufstellen. Befinden sich bereits genug Stöcke vor der Haustür, sollte das Kind entscheiden, welches es aufbewahren und welches es entsorgen möchte. So lernt das Kind Prioritäten zu setzen und Entscheidungen zu treffen.

Im Kinderzimmer sollte es passende Aufbewahrungsmöglichkeit geben. Entsprechende Dosen, Kisten, ein spezielles Aufbewahrungsregal oder einen Kindertresor. Damit bleibt der Überblick erhalten.

Kinder lieben Tonies – die Hörfiguren. Damit Ordnung herrscht hier die perfekten Tonies Regale für die Tonies Figuren und die dazugehörige Toniesbox. Die Figuren haften magnetisch am Board. (Werbung)

Kinder zwischen zwei und acht Jahren, aber auch ältere, sammeln Tonies. Derzeit gibt es über 200 verschiedenen Tonie-Figuren. Mit der Toniebox lassen sich Kinderlieder, Hörspiele und Hörbücher abspielen. Der Musikwürfel ist in verschiedenen Farben verfügbar. Das Starterset enthält einen Kreativ-Tonie, dieser ist frei mit 90 min Audio-Inhalten bespielbar. Zum Beispiel für eine Gute-Nacht-Geschichte von Oma und Opa.
Meine Tonies: Starterset und beliebte Tonies geeignet für Kinder ab drei Jahren:

Auch Aufräumen gehört zu den Erziehungsaspekten, denn Kinder müssen von klein an lernen, ihre Sachen ordnungsgemäß zu versorgen. Dabei entwickelt es vielleicht ein anderes System als Erwachsene, aber das spielt keine Rolle, wichtig ist, dass es diese Arbeit erledigt.

Kommt die Sammlung am Anfang noch unsortiert in eine Kiste, beginnen ältere Kinder ihre Schätze zu sortieren. Dies kann nach Größe, Form oder Farbe sein. Schulkinder beginnen Dinge über ihre Sammlungen zu lesen, was ihr Ordnungssystem beeinflusst. Gleichzeitig beginnt es, seine Sammlung zu vervollständigen.

Aufräumen will gelernt sein

Kleinkindern fehlt der Ordnungssinn, dies müssen sie zuerst lernen. Bringen Sie dies den Kindern spielerisch bei. Damit das Kind den Überblick behalten kann, hilft es, ein Teil des Spielzeugs auszulagern und gelegentlich auszutauschen.

Große Kartons oder Spielkisten eignen sich gut zum Aufräumen. Kennzeichnen Sie diese mit Farben oder Stickern, so lernt das Kind schnell, was wo reingehört. Räumen Sie gemeinsam mit dem Kind das Zimmer abends auf. Dies hilft, Ordnung zu halten. Insbesondere sollte kein Spielzeug im Weg liegen. Dies schützt das Kind und Sie, wenn Sie nachts ins Zimmer gehen oder das Kind raus.

Ermuntern Sie Ihr Kind freundlich zum Aufräumen und drohen Sie nicht, denn Ordnung sollte nicht mit negativen Aspekten verknüpft sein. Räumen Sie nicht auf und vor allem misten Sie nicht aus, wenn das Kind nicht da ist. Kinder haben ein Recht, Dinge zu besitzen. Besprechen Sie mit dem Kind, was es entsorgen soll und was aufbewahren, auch wenn dies zu Auseinandersetzungen führt.

Sammeln und Ordnung im Kinderzimmer

Wer räumt schon gerne auf? Dies kann schnell in einen Machtkampf ausarten. Aber Aufräumen gehört nun mal zum Alltag, da sollten Sie Diskussionen weitgehend vermeiden. Das tägliche Versorgen der Spielsachen sollten Schulkinder alleine erledigen.

Ist der Spielzeugberg allzu groß, können Sie einen Kompromiss eingehen und dem Kind etwas entgegenkommen. Bieten Sie ihm etwa an, schon mal alleine anzufangen und bei Bedarf mitzuhelfen. Ist noch nichts passiert, lassen Sie es schmoren und helfen Sie erst, wenn es seinen Teil der Abmachung erfüllt hat. Bemüht sich das Kind, aber es kommt nicht zurecht, können Sie ihm ja immer noch spontan unter die Arme greifen.

Weigert sich das Kind über einen längeren Zeitraum aufzuräumen, sollten Sie bei etwa ab Siebenjährigen zu erzieherischen Maßnahmen greifen. Sammeln Sie alles ein, was am Boden liegt und ab damit in den Keller oder auf den Speicher. Das tut weh, besonders wenn dann das Lieblingsspielzeug dabei ist, ein MP3 Player oder eine Spielkonsole.

Räumt es in den nächsten Tage, wie verlangt auf, können Sie die Sachen wieder aus der Versenkung holen. Das ist hart, aber es hilft.

Messie – mehr als Sammelleidenschaft

Zwischen nicht aufräumen und sich von nichts trennen können ist ein Unterschied. Diese Kinder reagieren extrem, wenn es ans Ausmisten gehen soll. Wenn das Kinderzimmer zur Müllhalde mutiert, sollten Eltern vielleicht nach dem Grund suchen.

Der Psychoanalytiker Sigmund Freud vertrat die Ansicht, dass diese Kinder in der analen Phase hängen geblieben seien. In dieser Phase sind Eigentum und Körper vergleichbar, der Verlust von Eigentum bedeutet für das Kind, einen Teil seines Körpers aufgeben zu müssen. Akut tritt dies im zweiten und dritten Lebensjahr auf und schwächt sich normalweise ab oder verliert sich ganz.

Bleibt dies jedoch und das Kind kann gar nicht loslassen, steckt vielleicht doch mehr dahinter. Manche Kinder meinen, dass sie viele Dinge um sich herum brauchen, um glücklich zu sein. Dann liegt der Verdacht nahe, dass das Kind damit etwas kompensiert. In diesem Fall sollten Sie den Kinderarzt darauf ansprechen oder Hilfe bei einem Kindertherapeuten suchen.