Tresortest: Test, Vergleich und Tresor Testsieger

geändert am 28. April 2021

Tresore zu vergleichen erscheint als lukratives Geschäft. Zumindest gewinnen Internetnutzer diesen Eindruck beim Googeln von „Tresortest“. Fast jede deutsche Online-Zeitschrift oder gar TV-Anstalt labt sich am Kuchen und bietet Tresor Testsieger im Vergleich an. Beim Blick hinter die Kulissen zeigt sich schnell, dass die Zeitschriften nicht wie Stiftung Warentest einen eigenen Tresortest durchführen. Teils kaufen sie Vergleichsergebnisse ein, teils recherchieren sie oder geben es in Auftrag – aber alle verlinken zu den großen Verkaufsportalen und hoffen auf Provisionen. Damit wird der Tresor Testsieger zum einträglichen Geschäft

Welche Portale vergleichen oder machen einen Tresortest?

Tresore gibt es wie Sand am Meer. Die Redakteure oder Prüfer können nicht alle Tresore vergleichen oder testen, daher beruhen die Tests oder Vergleiche immer auf einer gewissen zuvor getroffenen Auswahl. Vergleich und Test sind dabei zwei Paar Stiefel. Und ein Tresor Testsieger ist vielfach nur ein Vergleichssieger.

Produktvergleiche dienen dazu, den Verbrauchern im Angebotsdschungel des Internets Kaufempfehlungen zu geben. Beim Vergleich muss ein Redakteur das Produkt nicht in der Hand gehalten haben, sondern die Vergleiche beruhen auf recherchierten Herstellerangaben, Prüfberichten, Kundenbewertungen und weiteren vordefinierten Kriterien. Dabei können objektive wie subjektive Aspekte einfließen, um zu einem Vergleichsurteil zu kommen.

Verschiedene Portale vergleichen eine Anzahl von Tresoren jährlich und verkaufen ihre Prüfergebnisse an Online-Redaktionen. Dazu zählen die Portale:

  • vergleich.org
  • expertentesten.de
  • netzsieger.de
  • heidorn.gmbh

Bei einem Test hingegen prüfen Techniker die Geräte auf Herz und Nieren. Zertifizierte Tresore unterlagen bereits beim Hersteller den Testverfahren der Prüfstellen des VdS oder der ECB. Stiftung Warentest montierte die Tresore nach Herstelleranleitung und überprüfte die Tauglichkeit. Bei Stiftung Warentest durchliefen die Tresor Testsieger tatsächlich einen echten Test.

Tresore mit zertifizierten Sicherheitsstufen der VdS Schadenverhütung GmbH (VdS) oder der European Certification Body GmbH (ECB-S) wurden beim Hersteller nach der europäischen Norm EN 1143-1 geprüft und zertifiziert und unterliegen damit einer laufenden Qualitätskontrolle, ebenso die nach der Norm EN 14450 geprüften Sicherheitsschränke der Sicherheitsstufen S1 und S2. Diese Tresore bürgen gemäß ihrer Einstufung bereits für eine gewisse Sicherheit und Qualität.

Ungeachtet dieser Zertifizierung überprüfte das herstellerunabhängige Institute Stiftung Warentest die Tresore auf ihre Alltagstauglichkeit. Stiftung Warentest (test.de) testete 2017 zehn Tresore. Sie versuchten die Wertbehältnisse mit unterschiedlichen Werkzeugen in einer vorgegebenen Zeit aus ihrer Verankerung zu hebeln und untersuchten, wie einfach oder schwer sie sich aufbrechen lassen.

Tresortest – Stiftung Warentest 2017

In der Ausgabe 11/2017 testete Stiftung Warentest (test.de) zehn kleine Heim- und Möbeltresore zwischen 70 und 400 Euro. Sechs Tresore besaßen eine zertifizierte Sicherheitsstufe, vier kamen ohne Sicherheitszertifikate daher. Darunter befanden sich Tresore mit unterschiedlichen Schließsystemen, vom klassischen Doppelbartschlüssel, über Elektronikschloss bis hin zu Fingerprint.

Natürlich lässt sich argumentieren, dass ein Vergleich eines Tresors für €70 mit einem Tresor für €400 unfair ist – ein Vergleich zwischen Birnen und Äpfel. Den Testern ging es allerdings grundsätzlich darum zu beweisen, wie schnell sich ein Safe aus der Verankerung lösen oder öffnen lässt.

Und der Tresorpreis spiegelt sich in der Sicherheit wider. Den billigsten Tresor von Pearl knackten die Prüfer im Tresortest in eineinhalb Minuten und von der Wand hebelten sie ihn in der Rekordzeit von unter einer Minute. Die €70 für den Stahlsafe können sich Käufer sparen, denn damit helfen sie Tätern nur. Diese müssen nicht nach Wertsachen in der Wohnung suchen, sondern können sie direkt auf dem Serviertablett – sprich dem ausgehebelten Tresor – bequem mitnehmen.

Wohnungseinbrecher tendieren dazu, Tresore mitzunehmen und nicht vor Ort zu knacken. Damit gilt einer stabilen Wand- oder Bodenverankerung ein besonderes Augenmerk.

Vier der Sicherheitsschränke mit dem Sicher­heits­label gemäß Euro-Norm DIN EN 14450 schnitten im Tresortest gut ab, einer befriedigend. Die Stahl­blech­tresore ohne Sicher­heits­label erhielten im Tresortest alle die Note „mangelhaft“. Zertifizierte Tresore gibt es bereits um die €300.

Die Tresore von Atlas und Burg-Wächter konnten selbst die Prüfer in der vorgegebenen Zeit von zehn Minuten nicht öffnen.

Stiftung Warentest testete folgende Safes (Ausgabe 11/2017):

Heim- und Möbeltresore – Mit zertifizierter Sicherheitsstufe

  • Atlas Tresore TA S22 mit Elektronikschloss
  • Burg-Wächter Combiline CL20 E
  • Hartmann HPKT 400-02
  • Phoenix SS1182K MK II
  • Rheinland Tresore Gaia S2-100
  • Rottner Powersafe 300 EL

Heim- und Möbeltresore – Ohne Sicherheitsstufe

  • Bauhaus Stabilit Möbeleinsatztresor M410
  • Format Möbeleinsatztresor M410
  • Hellweg Aktentresor mit Fingerprint
  • Pearl Xcase Stahlsafe, Best.- Nr. NC-7413

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Test Tresore: Billige sind schnell geknackt - 70 vs. 400 € im Aufbruchstest

Wie das Video eindeutig belegt, sind Billigtresore einfach zu entwenden oder zu knacken. Daher ist es ratsam beim Tresorkauf nicht zu sparen. Folgende Modelle erreichten bei Stiftung Warentest die Testnote „gut“ und sind daher Tresor Testsieger:

Burg-Wächter Combiline CL20 E (1,8) (Amazon.de)

Atlas Tresore TA S22 mit Elektronikschloss (1,9) (Amazon.de)

Rheinland Tresore Gaia S2-100 (2,0)

Rottner Powersafe 300 EL (2,3) (Amazon.de)

Tresore – Vergleich durch vergleich.org

Die Plattform vergleich.org der VGL Verlagsgesellschaft mbH testet nach eigenen Angaben neutral und unabhängig, objektiv und faktenbasiert sowie herstellerunabhängig. Die Plattform besitzt das ISO 9001 TÜV-Zertifikat Managementsystem für das Test- und Vergleichsverfahren des TÜV Süd.

Die Bewertungen beruhen auf den drei Faktoren: eigene oder beauftrage Tests, Vergleich und Analyse gesammelter Informationen sowie Ratgeber und Studien mit ergänzenden Inhalten. Welche Faktoren beim Tresortest genau einflossen, bleibt offen.

Die Finanzierung erfolgt über Affiliate-Links zu Online-Shops wie Amazon, Ebay oder Otto oder ähnliche. Die Testergebnisse liefern meist nur „sehr gut“ oder „gut“, was laut Plattform-Angabe meist an der Vorauswahl von bereits qualitativ hochwertigen Produkten liege. In ihrem Test Tresore 2020 recherchierten die Redakteure in 77 Arbeitsstunden insgesamt 62 Produkte und überprüften acht Tresore.

Die veröffentlichten Testergebnisse 2020 der Test- und Vergleichsportale von Computer Bild, bild.de und teilweise von Welt.de sowie Heimwerker.de basieren auf diesem Test. Die drei erstgenannten Portale gehören zur Axel Springer SE Deutschland, Heimwerker.de zur VGL Verlagsgesellschaft mbH selbst.

Vergleichssieger 2020: Burg-Wächter Home-Safe H 1 E (sehr gut) (Amazon.de)

Preis-Leistungssieger: 2020 Dema MTD 65 (gut) (Amazon.de)

Tresore – Vergleich durch expertentesten.de

Die Plattform expertentesten.de funktioniert ähnlich wie die vergleich.org der VGL Verlagsgesellschaft mbH. Sie besitzt das ISO 9001 TÜV-Zertifikat des TÜV Nord. Wie die Experten genau testen bleibt geheim, um Manipulationen und Fake-Bewertungen vorzubeugen. Die eigene Aussage dazu: „Unsere exakte, mathematische ‘Notenformel’ halten wir bewusst geheim.“ Das ist okay.

Was allerdings nicht passt ist die Aussage unter Punkt 6: „So haben wir die Tresore getestet“ – „Die Tresor-Tests werden nach dem Braunschweig-Test für Feuerschutz oder nach dem VdS / ECB-S durchgeführt.“ Diesen Test hat expertentesten.de mit Sicherheit nicht durchgeführt, sondern die Zertifizierungsstelle bei entsprechend zertifizierten Tresoren. Diese Aussage ist irreführend.

Was expertentesten.de laut eigener Aussage gemacht hat: „In erster Linie jedoch wurde in den Testreihen das Augenmerk auf den Schutz vor Feuer und Diebstahl gelegt. Nur wenn der Tresor hier ausreichenden Schutz bietet, erfüllt er seine vorgesehenen Aufgaben.“ Unter den Testkandidaten befindet sich jedoch nur ein Modell der Sicherheitsstufe B und kein Tresor mit Brandschutz.

Der „Tresor Test 2020 • Die 12 besten Tresore im Vergleich“ von rtl.de basiert auf expertentesten.de.

Vergleichssieger 2020: HMF 49200-11 Möbeltresor (sehr gut) (amazon.de)

Tresore – Vergleich durch netzsieger.de

Laut Netzsieger.de führen die Redakteure die Tests neutral, objektiv und sachkundig durch. „Wir testen nicht wie Ingenieure oder Laboranten. Wir testen, wie es ein kritischer Endverbraucher im Kaufentscheidungsprozess auch tun würde.“

Die Produktvergleiche auf Focus.de und vergleich.focus.de sind ein Service der Netzsieger GmbH.

Netzsieger.de kürte den gleichen Tresor wie expertentesten.de zum Vergleichsieger. Allerdings erhielten hier noch fünf weitere Modelle die Note „sehr gut“.

Vergleichssieger 2020: HMF 49200-11 Möbeltresor (sehr gut) (amazon.de)

Preis-Leistungssieger: TecTake Elektronischer Safe Tresor

HMF 49205-11 Möbeltresor Doppelbartschloss

Deuba Tresor Elektronik Zahlenschloss

MS-Point BITUXX® Elektronischer Safe Tresor Wandtresor

BURG-WÄCHTER Möbeltresor HomeSafe H 1 E (mit elektronischem Zahlenschloss)

Tresore – Vergleich durch heidorn.gmbh

Die Zeitschrift Stern griff für ihren Tresorvergleichstest auf die heidorn.gmbh zurück.

Die Inhalte erstellt die Heidorn GmbH aus Thüringen mit rund 30 freien Redakteuren. Stern hebt vier Produkte hervor, die „aus Teamsicht eine besondere Hervorhebung verdienen.“ Beim Tresor Kosmos 631543 handelt es sich um einen Kindertresor. Der AmazonBasics 27EI-43 gilt als Top-Seller.

AmazonBasics 27EI-43 Tresor (amazon.de)

HMF 4612112 Tresor (amazon.de)

Kosmos 631543 Tresor (amazon.de)

AmazonBasics 25FIC Tresor (amazon.de)