Hausratversicherung zahlt wie viel?

Hausratversicherung – welcher Schaden ist gedeckt?

Hausratversicherung – Welche Rolle spielt sie für Tresore? Sie ersetzt Schäden bei Einbrüchen nur bis zu bestimmten Höchstgrenzen (Stand: Februar 2026). Liegen Wertsachen unverschlossen herum, so liegt die Erstattung je nach Versicherer für Bargeld bei 1.000 bis 3.000 Euro, für Urkunden bei 2.500 bis 5.000 Euro und für Schmuck und Wertgegenstände bei 20.000 bis 25.000 Euro – die genauen Werte hängen vom gewählten Tarif ab. Wer teurere Wertgegenstände besitzt, braucht einen Safe. Darüber hinaus empfiehlt sich eine Alarmanlage. Weitere Informationen finden Sie in unserem ausführlichen Tresor-Ratgeber.

Hausratversicherung
Eine Hausratversicherung deckt Wertsachen bis zu einer bestimmten Höhe ab

Kurzfassung

Die Hausratversicherung erstattet Wertsachen bei Einbruch nur bis zu festen Höchstgrenzen – Bargeld bis 3.000 €, Schmuck bis 25.000 € (tarifabhängig).

Ein zertifizierter Tresor erhöht die Versicherungssumme erheblich: von 5.000 € (Sicherheitsstufe S1) bis zu 400.000 € (Wertschutzschrank Grad IV) – aber nur nach schriftlicher Vereinbarung mit dem Versicherer.

⚠️ Wichtig: Tresor fachmännisch verankern, Wertsachen beim Versicherer melden und mit Fotos sowie Kaufbelegen dokumentieren – sonst droht im Schadensfall die Ablehnung der Erstattung.

Tresore S1, S2, WG EN 0 und 1 – Versicherungsschutz in € Privat/Gewerbe: (Werbung)

Hausratversicherung – was sind Wertgegenstände?

Zu den Wertsachen zählen Schmuck, Perlen, Edelsteine, Medaillen und Dinge aus Gold oder Platin. Briefmarken, Münzen und Uhren, soweit sie überwiegend aus Gold oder Platin bestehen oder mit Edelsteinen verziert sind, fallen ebenso darunter. Dasselbe gilt für handgeknüpfte Teppiche, Pelze, Gemälde, Gobelins oder Skulpturen sowie nicht vorgenannte Sachen aus Silber und über 100-jährige Antiquitäten.

Hingegen zählen antike Möbel sowie Computer, Tablets oder Handys nicht zu den Wertgegenständen. Diese Gegenstände sind Bestandteil des normalen Hausrates.

Insgesamt ist der Verlust von Wertsachen meist gedeckelt. Je nach Versicherer und Tarif liegt diese Grenze zwischen 20 und 50 Prozent der Versicherungssumme – Standardtarife sehen 20 Prozent vor, Premium-Tarife können bis zu 50 Prozent abdecken. Ist Ihr Hausrat etwa mit 100.000 Euro versichert, beträgt die Erstattung bei Verlust 20.000 Euro. Standardmäßig rechnen Hausratversicherungen mit 650 € pro Quadratmeter, damit keine Unterversicherung besteht. Bei einer 100-qm-Wohnung beträgt die Versicherungssumme somit € 65.000, womit Wertsachen ohne entsprechenden Tresor nur bis maximal 13.000 Euro (20 %) versichert sind.

Neben dieser allgemeinen Beschränkung gelten die oben aufgeführten „besonderen Entschädigungs­grenzen“ für Bargeld, Wert­papiere und Sparbücher sowie für Schmuck, Edelsteine, Perlen, Briefmarken, Münzen sowie alle Gegen­stände, einschließlich Uhren, aus Gold oder Platin.

TresorSicherungsklassen und Versicherungssumme

Je höher die Sicherungsklasse eines Tresors ist, desto höher ist die Versicherungssumme – und dadurch sind Ihre Wertsachen besser geschützt. Die versicherbaren Werte weichen von Versicherung zu Versicherung ab. Für Privatpersonen reicht normalerweise ein Tresor der VdS-Klassen 0 bis II. Am besten ist es, mir der Versicherung Rücksprache zu halten.

Entschädigungsgrenzen nach Sicherheitsklasse

Die Versicherungen unterscheiden zwischen Privat- und Geschäftsbereich. Die versicherbaren Summen für Privatpersonen liegen höher als für einen Einsatz im gewerblichen Bereich. Die Wertschutzschränke sind fachmännisch zu verankern.

Wichtig: Die Tresorklausel der meisten Hausratversicherungen stellt konkrete Anforderungen, die Sie unbedingt beachten sollten:

  • Fachmännische Verankerung: Der Tresor muss fest eingebaut oder so schwer sein (mind. 200 kg), dass er nicht abtransportiert werden kann.
  • Meldepflicht: Neu angeschaffte Tresore sowie die darin gelagerten Wertsachen müssen dem Versicherer gemeldet und vertraglich vereinbart werden.
  • Keine automatische Deckung: Ein VdS-zertifizierter Tresor allein garantiert keinen höheren Versicherungsschutz – die erhöhten Summen gelten nur nach schriftlicher Vereinbarung mit Ihrer Versicherung.

Wer diese Punkte nicht beachtet, riskiert im Schadensfall eine teilweise oder vollständige Ablehnung der Erstattung.

Die nachfolgenden Versicherungssummen dienen als Anhaltspunkte für durch den VdS oder ECB-S nach der Norm 14450 geprüfte Sicherheitsschränke oder gemäß der Norm EN 1143-1 zertifizierte Wertschutzschränke. Die jeweiligen Prüfplaketten befinden sich auf der Innenseite der Tresortür.

BauartSicherheitsklasseNormPrivatGewerblich
   EuroEuro
SicherheitsschrankSicherheitsstufe S1EN 144505.000Absprache
SicherheitsschrankSicherheitsstufe S2EN 1445030.000Absprache
WertschutzschrankGrad 0 (N)EN 1143-140.00015.000
WertschutzschrankGrad IEN 1143-165.00040.000
WertschutzschrankGrad IIEN 1143-1100.00060.000
WertschutzschrankGrad IIIEN 1143-1250.000100.000
WertschutzschrankGrad IVEN 1143-1400.000200.000
WertschutzschrankGrad VEN 1143-1Absprache250.000
WertschutzschrankGrad VIEN 1143-1AbspracheAbsprache
     

Hinweis: Die oben genannten Versicherungssummen sind branchenübliche Richtwerte. Die tatsächlich versicherbaren Beträge weichen je nach Versicherungsgesellschaft und Tarif ab. Bitte klären Sie die konkreten Grenzen immer direkt mit Ihrem Versicherer.

Beim Einbau einer durch den VdS-anerkannten Einbruchmeldeanlage (EMA) können sich die obigen Werte verdoppeln. Den Einbau müssen Sie dem Versicherer nachweisen.

Der Kauf und die Nutzung eines Wertschutztresors zur Aufbewahrung vorgenannter Wertsachen bedeutet keinen automatischen und voll umfänglich Versicherungsschutz.  Dies müssen Sie unter Angabe der Höhe der Wertsachen bei Ihrer Versicherung versicherungsvertraglich beantragen und vereinbaren.

Tipp: Dokumentieren Sie Ihre Wertsachen mit Fotos und Kaufbelegen und hinterlegen Sie diese Unterlagen getrennt vom Tresor – zum Beispiel in einer sicheren Cloud oder einem Bankschließfach. Dies erleichtert die Schadenregulierung erheblich.

FAQ zur Hausratversicherung und Tresor

Was deckt die Hausratversicherung bei Einbruchdiebstahl ab?

Die Hausratversicherung erstattet gestohlene Wertsachen wie Bargeld, Schmuck, Uhren und Elektronik bei Einbruchdiebstahl – jedoch nur bis zu den vereinbarten Höchstgrenzen. Bargeld ist oft nur bis 1.000–3.000 € abgedeckt, Schmuck und Edelmetalle bis maximal 25.000 € (je nach Tarif). Wer mehr besitzt, muss eine höhere Versicherungssumme individuell vereinbaren.

Wie erhöht ein Tresor die Versicherungssumme für Wertsachen?

Ein zertifizierter Tresor erhöht die Entschädigungsgrenze in der Hausratversicherung erheblich. Bei einem Tresor der Sicherheitsstufe S1 (ECBS-Norm) steigt die Deckung auf bis zu 5.000 € für Bargeld und 50.000 € für Schmuck – bei einem Wertschutzschrank Grad IV sogar bis 400.000 €. Voraussetzung ist eine schriftliche Vereinbarung mit dem Versicherer und eine fachgerechte Verankerung des Tresors.

Welche Tresor-Sicherheitsklassen erkennen Versicherer an?

Versicherer unterscheiden zwischen einfachen Tresoren (Sicherheitsstufe S1/S2 nach ECBS EN 14450) und geprüften Wertschutzschränken (Grad I–VI nach EN 1143-1). Je höher die Klasse, desto höher die anerkannte Versicherungssumme. Nur Tresore mit VdS- oder ECB-S-Zertifizierung werden von den meisten deutschen Versicherern für erhöhte Deckungssummen akzeptiert.

Was muss ich tun, damit mein Tresor versicherungsrechtlich anerkannt wird?

Damit der Tresor versicherungsrechtlich gilt, müssen Sie ihn dem Versicherer schriftlich melden und die Zertifizierung (VdS, ECB-S) nachweisen. Außerdem muss er fachgerecht im Mauerwerk oder Boden verankert sein – ein frei stehender, nicht befestigter Tresor wird im Schadensfall oft nicht anerkannt. Dokumentieren Sie den Inhalt mit Fotos und Kaufbelegen als Nachweis.

Sind Wertsachen im Tresor automatisch höher versichert?

Nein – allein das Vorhandensein eines Tresors reicht nicht aus. Die erhöhte Deckungssumme gilt nur, wenn der Tresor im Versicherungsvertrag explizit vereinbart ist und den Anforderungen des Versicherers entspricht. Ohne entsprechende Klausel im Vertrag greift weiterhin die Standard-Höchstgrenze, selbst wenn die Wertsachen im Tresor lagern.