Moderne Tresorschlösser reichen vom klassischen Schlüssel über mechanische Zahlenschlösser bis hin zu elektronischen und biometrischen Systemen. Jede Schlossart bietet ein anderes Niveau an Bedienkomfort, Manipulationsschutz und zertifizierter Sicherheit nach EN 1300. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Tresorschlösser es gibt, wie sicher sie wirklich sind und welches Tresorschloss sich für Zuhause oder Gewerbe am besten eignet. Weitere Informationen finden Sie in unserem ausführlichen Tresor-Ratgeber.

Kurzfassung
Die Wahl des richtigen Tresorschlosses hängt vom gewünschten Komfort und der Sicherheitsstufe ab – mechanische Schlösser (Schlüssel, Zahlenkombination) sind robust und batteriefrei, aber weniger komfortabel.
Elektronische Schlösser mit PIN-Code, Fingerabdruck oder App bieten hohen Bedienkomfort, Protokollfunktionen und Notschlüssel-Optionen, benötigen jedoch regelmäßige Batteriewechsel.
Für zertifizierte Sicherheit müssen Tresorschlösser der Norm EN 1300 entsprechen, wobei höhere Tresor-Widerstandsgrade oft mehrere oder höherwertige Schlösser (Klasse A–D) erfordern.
Inhaltsverzeichnis
Wie funktioniert ein Tresorschloss?
Ein Tresorschloss ist das zentrale Sicherheitselement eines jeden Tresors – es verhindert unbefugten Zugriff durch mechanische oder elektronische Sperrmechanismen. Je nach Bauart unterscheiden sich Funktionsweise und Sicherheitsniveau erheblich.
Mechanische Tresorschlösser arbeiten rein mechanisch ohne Strom: Beim Schlüsselschloss schiebt der passende Schlüssel Sicherungsstifte in die richtige Position und gibt den Riegel frei. Beim mechanischen Zahlenschloss müssen mehrere Codescheiben durch präzises Drehen in eine exakte Stellung gebracht werden, damit ein interner Riegelwerk-Mechanismus entriegelt.
Elektronische Tresorschlösser nutzen eine Platine mit Mikroprozessor: Nach Eingabe des korrekten PIN-Codes über eine Tastatur gibt die Elektronik ein Signal an einen kleinen Elektromotor, der den Riegelbolzen zurückzieht. Die Stromversorgung erfolgt über Batterien, die je nach Modell 3–4 Jahre halten. Viele Modelle warnen rechtzeitig vor schwacher Batterie oder bieten eine externe Notbestromung.
Biometrische und RFID-Schlösser funktionieren ähnlich wie Elektronikschlösser, nutzen aber statt PIN-Code einen Fingerabdruck-Sensor oder RFID-Leser zur Identifikation. Nach erfolgreicher Authentifizierung wird ebenfalls ein Motor zur Riegelöffnung aktiviert.
Die Sicherheit eines Tresorschlosses hängt nicht nur vom Schließmechanismus ab, sondern auch von der Zertifizierung nach EN 1300 – höhere Sicherheitsklassen (A bis D) bieten besseren Schutz gegen Manipulation und Aufbruchversuche.
Welche Tresorschlösser gibt es?
Kurzüberblick, bevor wir die einzelnen Schlossarten im Detail anschauen:
- Mechanische Tresorschlösser
- Doppelbartschloss (Schlüssel)
- mechanisches Zahlenschloss (Drehknopf / Kombination)
- komplett stromunabhängig, sehr robust, aber weniger komfortabel
- Elektronische Tresorschlösser
- Zahlenschloss mit Codeeingabe per Tastatur
- häufig mehrere Benutzer‑Codes, Zusatzfunktionen wie Fehlbedienungsschutz oder Sperrzeiten
- je nach Modell hohe Sicherheit durch zertifizierte Hochsicherheitsschlösser
- Kombinierte Schlösser
- Elektronikschloss mit zusätzlichem Notschlüssel
- normale Bedienung per Code, Notöffnung bei leerer Batterie oder Defekt möglich
- beliebt in Haushalt und kleinen Betrieben, weil komfortabel und ausfallsicher
- Biometrische Tresorschlösser
- Öffnung per Fingerscan statt Schlüssel oder Code
- ideal, wenn wenige berechtigte Personen regelmäßig Zugriff brauchen
- kein Merk‑Code nötig, dafür abhängig von Fingerqualität (Verletzungen, Schmutz)
- RFID‑Tresorschlösser
- Zugang über Karte, Chip oder Transponder
- praktisch bei wechselnden Nutzern (z. B. Vermietung, gemeinsam genutzte Schlüsselsafes)
- Zugänge lassen sich sperren, neu vergeben oder zeitlich begrenzen
- Bluetooth‑ / Smart‑Lock‑Schlösser
- Bedienung per Smartphone‑App, teilweise automatisches Öffnen bei Annäherung
- gut für Hoteltresore, Möbeltresore oder Schlüsselsafes mit vielen Kurzzeit‑Nutzern
- Sicherheit hängt stark von App, Verschlüsselung und IT‑Umgebung ab
- Hochsicherheitsschlösser nach EN 1300
- in Klassen (z. B. A, B, C, D / VdS 1–4) eingeteilt
- höhere Klassen für Tresore mit hohem Widerstandsgrad und hohen Versicherungssummen
- wichtig: Schlossklasse und Tresor müssen zusammen zu den Vorgaben der Versicherung passen
Doppelbartschloss
Traditionell sind Tresore mit einem Doppelbartschloss ausgestattet. Dies gilt für Tresore für den Privat- wie den Geschäftsbereich. Den Tresor können nur Personen öffnen, die im Besitz eines Schlüssels sind. Zum Lieferumfang gehören normalerweise zwei Schlüssel, allerdings sind gegen Aufpreis meist zusätzliche Schlüssel erhältlich. Das Problem ist die Aufbewahrung des Schlüssels, er darf keinesfalls in der Wohnung verbleiben, Einbrecher finden ihn.
Vorteile:
- Kein Code, den Unbefugte erlangen können
- Nur Personen mit Schlüssel können öffnen
- Batteriewechsel entfällt
- Schloss normalerweise im Grundpreis des Tresors enthalten
Nachteile:
- Schlüssel keinesfalls in der Wohnung aufbewahren
- HSS-Schlüssel bis zu 12 cm lang, nicht am Schlüsselbund tragbar
- Täter erkennen Tresorschlüssel am Schlüsselbund
- Bei Einbruch oft Vandalismus bei der Suche nach Tresorschlüssel
- Ersatzschlüssel oft teuer
Mechanisches Zahlenschloss
Ein mechanisches Zahlenschloss besteht aus drei oder vier übereinander liegenden Scheiben, die in einer vorgegebenen Reihenfolge im oder gegen den Uhrzeigersinn zu drehen sind. Das Schloss ist in 10er Schritten mit den Ziffern von 0 bis 90 beschriftet. Die Zahlen dazwischen sind durch Striche gekennzeichnet.
Die Öffnungsmarkierung befindet sich bei der Null, die Wechselmarkierung bei der Zahl 90. 3-Scheibenschlösser besitzen einen Code aus drei zweistelligen Zahlen, 4-Scheibenschlösser eine Geheimzahl aus vier 2-stelligen Zahlenpaare.
Werksseitig lässt sich der Tresor mit drei Scheiben meist mit der Kombination 10-20-30 öffnen. Dafür müssen Sie die Codescheibe viermal nach links drehen bis die Zahl 10 an der Öffnungsmarkierung steht. Im nächsten Schritt drehen Sie die Scheibe dreimal in die andere Richtung, bis die Zahl 20 in der Nullstellung erscheint. Anschließend drehen Sie zweimal gegen den Uhrzeigersinn, bis sich die Zahl 30 unter der Öffnungsmarkierung befindet. Danach die Scheibe bis zum Anschlag nach rechts bewegen und den Tresor mit dem Griff öffnen. Unterlief Ihnen beim Bedienen ein Fehler, heißt es den gesamten Vorgang wiederholen.
Ein mitgelieferter Umstellschlüssel ermöglicht die Änderung des Codes. Dafür die Türe 90 Grad öffnen und wie beim Öffnen verfahren, allerdings dabei nicht bei der Öffnungsmarkierung, sondern bei der Wechselmarkierung kurz verweilen. Auf jeden Fall den Code bei geöffneter Tür mehrmals analog der Werksteinstellung mit der neuen Zahlenkombination testen, ob er funktioniert.
Vorteile:
- Braucht keinen Schlüssel und Batterien
- Code mittels Umstellschlüssel beliebig änderbar
Nachteile:
- Man muss sich den 4- bis 8-stelligen Code merken
- Diffizile Bedienung, braucht gutes Licht und oft eine Lesebrille
- Bei der Code-Umstellung passieren schnell Fehler
- Meist Mehrkosten gegenüber einem Schlüsselschloss
So öffnen Sie einen Tresor mit mechanischem Zahlenschloss – Schritt für Schritt
Grundregeln:
- Arbeiten Sie langsam und präzise – bei Fehlern müssen Sie von vorn beginnen
- Gutes Licht und ggf. eine Lesebrille sind hilfreich
- Die Codescheibe hat Markierungen bei 0 (Öffnungsmarkierung) und 90 (Wechselmarkierung)
Anleitung für 3-Scheiben-Schloss (z.B. Code 10-20-30):
- Drehen Sie die Codescheibe viermal nach links (gegen den Uhrzeigersinn), bis die erste Zahl (10) an der Öffnungsmarkierung (0) steht
- Drehen Sie dreimal nach rechts (im Uhrzeigersinn), bis die zweite Zahl (20) bei der Nullstellung erscheint
- Drehen Sie zweimal nach links, bis die dritte Zahl (30) unter der Öffnungsmarkierung steht
- Bewegen Sie die Scheibe bis zum Anschlag nach rechts und öffnen Sie den Tresor mit dem Griff
Häufige Probleme und Lösungen:
- Code vergessen: Kontaktieren Sie den Hersteller oder einen Tresor-Fachmann für eine Notöffnung
- Scheibe lässt sich nicht drehen: Prüfen Sie, ob der Tresor verriegelt ist und kein mechanischer Defekt vorliegt
- Tresor öffnet trotz richtigem Code nicht: Code-Umstellung wurde möglicherweise fehlerhaft durchgeführt – Werkseinstellung wiederherstellen lassen
- Bei elektronischem Zahlenschloss: Batterie prüfen, externe Notbestromung nutzen oder Notschlüssel verwenden
Elektronisches Zahlenschloss
Elektronische Zahlenschlösser lösen vermehrt mechanische Zahlenschlösser ab, da das Eintippen der Zahlenfolge wesentlich unkomplizierter ist, als das knifflige Drehen der Scheibe. Die Elektronik benötigt Strom, die Batterien liefern. Bei vielen Modellen sitzt das Batteriefach an der Tresoraußenseite und lassen sich so einfach wechseln. Bei Batteriewechsel geht der Code nicht verloren.
Befindet sich die Batterie innerhalb des Tresors, so sichert eine zusätzliche externe Stromversorgung den Zugriff bei schwachen Batterien und der Öffnungscode funktioniert dann auch ohne Batterien. Einige Modelle warnen bei schwacher Batterie auch akustisch oder optisch.
Elektronische Zahlenschlösser brauchen keine mechanischen Schlüssel und verschiedene Öffnungscodes lassen sich unterschiedlichen Personen zuzuweisen. Je nach Schloss liefern Protokolle Informationen, welche Person wann den Safe öffnete.
Vorteile:
- Braucht keinen Schlüssel, der verloren oder gestohlen werden kann
- Code beliebig änderbar
- Zur Not lässt sich der Code an Dritte weitergeben
- Verschiedene Personen können mittels Codes zugreifen
Nachteile:
- Batteriewechsel fällig nach drei bis vier Jahren
- Teurer in der Anschaffung
- Man darf den Code nicht vergessen
Elektronisches Zahlenschloss mit mechanischer Notschließung
Die Kombination von elektronischer Codeöffnung oder Doppelbartschlüssel bietet beide Möglichkeiten den Tresor zu öffnen. Sollte die bequeme Schließelektronik versagen, hilft ein herkömmlicher Schlüssel. Damit verbindet der Tresor die Vor- und Nachteile der elektronischen und Schlüsselöffnung. Allerdings lässt sich bei dieser Variante der Schlüssel sicher außerhalb des Hauses deponieren, zum Beispiel in einem Bankschließfach, da es nicht dauern im Zugriff sein muss.
Vorteile:
- Schlüssel kann sicher verwahrt werden
- Code beliebig änderbar
- Verschiedene Personen können mittels Codes zugreifen
- Lässt sich auch beim Vergessen des Codes öffnen
Nachteile:
- Batteriewechsel etwa nach drei Jahren
- Teurer in der Anschaffung
Elektronisches Schloss mit Fingerabdruck
Das Fingerprint-Schloss lässt sich ganz einfach und schnell mit dem Finger öffnen – ohne Schlüssel und ohne Zahlencode. Damit gehört es innerhalb der Tresorschlösser zur Königsklasse.
Der Finger ist im Gegensatz zu einem unhandlichen Schlüssel am Schlüsselbund immer griffbereit. Auch müssen Sie sich keine Zahlenkombination merken, die vielleicht eines Tages in Vergessenheit gerät.
Ausgesuchte Fingerprint-Verschlusssysteme erlauben, die Fingerabdrücke mehrerer Personen abzuspeichern. Teilweise Tresore mit mechanischer Notöffnung erhältlich oder mit elektronischem Zahleschloss.
Die Schließsysteme mit biometrischen Daten funktionieren zuverlässig und bleiben auch bei Batteriewechsel erhalten. Die Batterien halten rund drei Jahre.
Vorteile:
- Der Fingerabdruck ändert sich nicht und kann nicht verloren gehen
- Der Code entfällt
- Kein Schlüssel erforderlich
- Fingerprint lässt sich kaum manipulieren
Nachteile:
- Teurer als mechanische oder elektronische Schlösser
- Verletzungen an der Fingerkuppe gibt Probleme
- Schmutzige oder fettige Finger können zu Scanproblemen führen
Elektronisches Schloss mit RFID-Technologie
Bezahlen mit berührungsfreien Bank- oder Kreditkarten sind allgegenwärtig, ebenso das Öffnen von Hotelzimmern mittels einer Hotelkarte oder das Auto ohne mechanischen Schlüssel. Warum einen Tresor nicht auf diese Weise öffnen? Mit dieser Technologie entfallen – wie beim Öffnen per Fingerabdruck – Schlüssel oder Zahlencodes, diese existieren nur noch für Notöffnungen.
RFID bedeutet „radio-frequency identification“, zu deutsch: „Identifizierung mit Hilfe elektromagnetischer Wellen“. Dies funktioniert mittels eines Transponders und eines Lesegeräts. Der Austausch der Daten erfolgt in der Nahfeldkommunikation ohne Berührung über niedrige Frequenzen. Der passive Transponder besitzt keine eigene Energiequelle, diese erhält er vom Lesegerät.
Plastikkarten im Scheckkartenformat dienen dabei als Card-Transponder und öffnen dank dem im Safe eingebauten Lesegerät schnell und einfach den Tresor. Gerade für Hoteltresore eine ideale Lösung, insbesondere wenn bereits Hotelkarten zur Türöffnung existieren und Geräte für die Programmierung.
Vorteile:
- Die Zugangskarte lässt sich neu programmieren
- Der Code entfällt
- Kein Schlüssel erforderlich
- Notöffnung elektronisch per Zahlencode oder mechanisch mit Schlüssel
Nachteile:
- Teurer als mechanische oder elektronische Schlösser
- Codekarte kann verloren gehen
Elektronisches Schloss mit Bluetooth-Technologie
Zu den Neuheiten gehört das Öffnen des Hoteltresors oder Schlüsselsafes mithilfe von Bluetooth. Dies funktioniert mit einer App auf dem Smartphone oder iPhone. Bluetooth funktioniert per Funktechnik ähnlich wie das WLAN, die Datenübertragung erfolgt über das Wireless Personal Area Network (WPAN) zwischen Geräten über kurze Distanzen. Ziel von Bluetooth ist eine kabellose Verbindung zwischen Mobiltelefonen, Tabletts, Computern und sonstigen Geräten.
Schlüsseltresore lassen sich mit dieser Technik einfach bedienen. Die kleinen Schlüsselsafes öffnen sich mit dem autorisierten Handy automatisch oder durch Eintippen eines Zahlencodes elektronisch. Einfach die dazugehörige App aufs Handy laden und die Zugangscodes an unterschiedliche Personen vergeben, dauerhaft oder zeitlich begrenzt. Durch die Vergabe verschiedener Codes können Bewohner, Gäste, Handwerker, Pflegedienste oder Reinigungskräfte die Schlüssel entnehmen.
Die Verwaltung und Wartung von Hoteltresoren mit Bluetooth-Öffnung erfolgt über eine vom Hotelmanager gesteuerten mobilen App.
Vorteile:
- Es braucht keine Zugangskarte und Programmiergerät
- Automatische Öffnung ohne Code mit dem autorisierten Handy
- Vergabe unterschiedlicher Codes, dauerhaft oder zeitlich begrenzt
- Kein Schlüssel erforderlich
- Öffnungsprotokoll, wer, wann, wie lange Zugang Zum Schlüsselsafe oder Tresor hatte
- Notbestromung von außen möglich
Nachteile:
- Teurer als mechanische oder elektronische Schlösser
- Handy kann mit der App verloren gehen
Hochsicherheitsschlösser
Wie bei den Wertbehältnissen gibt es auch bei den Schließmechanismen zertifizierte Tresorschlösser, die einen definierten Widerstand gegen unbefugtes Öffnen besitzen. Diese Hochsicherheitsschlösser (HSS) sind unterteilt in die Klassen A – D (1-4), wobei A (1) den geringsten Schutz bietet. Mechanische Schlösser erreichen derzeit nur die Klassen A – C (1-3), in der D-Klasse spielen nur elektronische Schließvorrichtungen mit. Die europäische Norm EN 1300 regelt die Anforderungen detailliert.
Ein Wertschutzschrank mit dem Widerstandsgrad 0, 1 oder 2 muss mindestens eine HSS A (1) besitzen. Widerstandsgrad 3 erfordert ein HSS B (2), Widerstandsgrad 4 und 5 verlangt zwei HSS B (2), die Widerstandsgrade 6 – 10 müssen mit drei HSS C (3) gesichert werden. Die Wertschutzräume der Widerstandsgrad 11 und 12 brauchen drei HSS C (3) oder zwei HSS D (4) und der höchste Widerstandsgrad 13 muss zwei HSS D (4) besitzen.
Tresorschlösser: Anzahl der erforderlichen Hochsicherheitsschlösser in Wertbehältnissen
Widerstandsgrad nach EN 1143-1:
| 0 – II | III | IV – V | VI – X | XI – XII | XIII |
| 1 x A | 1 x B | 2 x B | 2 x C | 3 x C oder 2 x D | 2 x D |
Tresorschloss nachträglich umrüsten oder tauschen
Viele Tresorbesitzer möchten ihr Schloss nachträglich austauschen – sei es, um von einem unhandlichen Doppelbartschloss auf ein komfortables Elektronikschloss umzusteigen, oder weil der Code vergessen wurde. Ein Umbau ist bei vielen Modellen möglich, sollte aber fachgerecht durchgeführt werden.
Wann lohnt sich ein Umbau?
- Mehr Komfort: Wechsel von Schlüssel oder mechanischem Zahlenschloss auf elektronisches Tastenschloss mit PIN-Code
- Mehrere Nutzer: Elektronikschlösser ermöglichen individuelle Benutzercodes
- Code vergessen: Mechanisches Zahlenschloss lässt sich oft nur durch Austausch zurücksetzen
- Schlüssel verloren: Ersatzschlüssel für Hochsicherheitsschlösser sind teuer – Umstieg auf Code kann sinnvoll sein
- Defektes Schloss: Elektronikschloss defekt? Rückbau auf mechanisches Schloss oder Austausch gegen neues Modell
Von Doppelbartschloss auf Elektronikschloss umrüsten
Der Umbau von einem mechanischen Doppelbartschloss auf ein elektronisches Zahlenschloss ist die häufigste Umrüstung. Dabei wird das alte Schloss ausgebaut und durch ein kompatibles Elektronikschloss ersetzt. Wichtig: Das neue Schloss muss zur Tresorklasse und zum Widerstandsgrad passen, um den Versicherungsschutz nicht zu gefährden.
Vorteile:
- Kein Schlüssel mehr nötig – kein Verstecken, kein Verlieren
- Code jederzeit änderbar
- Mehrere Benutzer-Codes möglich
- Optional: Notschlüssel als Backup
Nachteile:
- Batteriewechsel alle 3–4 Jahre nötig
- Kosten für Umbau und neues Schloss (ca. 150–500 €, je nach Modell)
Von mechanischem auf elektronisches Zahlenschloss wechseln
Auch der Wechsel von einem mechanischen Drehknopf-Zahlenschloss auf ein elektronisches Tastenschloss ist möglich. Gründe sind meist die umständliche Bedienung oder ein vergessener Code.
Kosten für Umbau und Austausch
- Einfaches Elektronikschloss: 150–300 €
- Hochsicherheitsschloss (EN 1300 Klasse B/C): 400–800 €
- Einbau durch Fachmann: 80–150 € Arbeitskosten
- Notöffnung bei vergessenem Code: 150–400 €
Wichtig: Fachmann beauftragen!
Ein Tresorschloss-Austausch sollte immer von einem zertifizierten Tresor-Fachmann durchgeführt werden:
- Zertifizierung erhalten: Unsachgemäßer Umbau kann die EN-Zertifizierung und VdS-Anerkennung ungültig machen
- Versicherungsschutz sichern: Versicherungen verlangen oft Nachweise über fachgerechten Einbau
- Kompatibilität prüfen: Nicht jedes Schloss passt zu jedem Tresor – Fachleute kennen kompatible Modelle
- Garantie: Fachbetriebe geben Garantie auf Einbau und Funktion
Fazit: Ein Tresorschloss-Umbau ist technisch machbar und oft sinnvoll, sollte aber nie in Eigenregie erfolgen. Lassen Sie sich von einem Tresor-Fachhändler beraten und holen Sie mehrere Angebote ein.
FAQ zu Tresorschlössern
Welches Tresorschloss ist das sicherste?
Für zertifizierte Sicherheit sind Schlösser nach EN 1300 maßgeblich, die in Klassen A bis D unterteilt sind. Hochsicherheitsschlösser der Klasse C oder D (oft elektronisch) bieten den höchsten Widerstand und sind für Tresore mit hohen Sicherheitsstufen vorgeschrieben.
Was passiert, wenn die Batterie beim elektronischen Tresorschloss leer ist?
Die meisten Elektronikschlösser warnen rechtzeitig akustisch oder optisch vor schwachen Batterien. Sollte die Batterie dennoch leer sein, lassen sich viele Modelle von außen mit neuen Batterien notbestromen oder besitzen ein mechanisches Notschloss (Revision) für einen Schlüssel.
Ist ein mechanisches Zahlenschloss besser als ein Schlüssel?
Ein mechanisches Zahlenschloss benötigt keine Batterien und eliminiert das Risiko, einen Tresorschlüssel zu verlieren oder verstecken zu müssen. Allerdings ist die Bedienung durch das exakte Drehen der Scheiben (Einstellknopf) oft umständlicher und zeitaufwendiger als bei einem Schlüssel oder Tastencode.
Wie sicher sind Fingerprint-Tresore?
Biometrische Schlösser sind sehr komfortabel, da kein Code gemerkt und kein Schlüssel versteckt werden muss. Hochwertige Modelle sind zuverlässig, aber günstige Sensoren können bei Verletzungen, Schmutz oder Feuchtigkeit am Finger Probleme beim Scannen haben.
Kann ich das Tresorschloss nachträglich austauschen?
Bei vielen Tresoren ist ein nachträglicher Umbau möglich, etwa von Doppelbartschloss auf Elektronikschloss. Dies sollte jedoch von einem Fachmann durchgeführt werden, um die Zertifizierung und den Versicherungsschutz des Tresors nicht zu gefährden.